Biologie Natur, Pflanzen

Wenn kleine Pflanzen Schnupfen kriegen

Ein paar von euch haben wahrscheinlich schon gemerkt, das ist natürlich Blödsinn! Pflanzen können keinen Schnupfen kriegen, sie haben ja keine Nasen. Und auch sonst funktioniert ihr Körper ganz anders als unserer. Aber, hattet ihr schon mal eine Topfpflanze zuhause, die auf einmal einen komischen weißen Pelz bekommen hat, oder Flecken auf den Blättern? Oder sie ist ganz schlapp geworden, obwohl ihr sie richtig gegossen habt? – Dann hatte eure Pflanze eine Pflanzenkrankheit!

Pflanzen, die krank werden

Zeichnung von Blume mit Schnupfen © Isabella Czedik-Eysenberg

© Isabella Czedik-Eysenberg

Pflanzenkrankheiten werden, genau wie Krankheiten bei uns, oft durch kleine Erreger (sogenannte Mikroben) wie z.B. Bakterien und Pilze ausgelöst. Das ist leider ein riesiges Problem, denn diese Krankheiten können auch ganze Felder befallen, und dann kann man kein Getreide oder Gemüse mehr ernten. Jedes Jahr wird Nahrung, die 600 Millionen Menschen ernähren könnte, alleine durch Pflanzenpilze zerstört! Wenn man bedenkt, dass eine ähnlich große Zahl an Menschen auf der Welt (ca. 800 Millionen) nicht genug zu essen hat, wäre es natürlich großartig, man könnte diese Zerstörung irgendwie verhindern! Aber wie?

Die Wissenschaft hilft kranken Pflanzen

Um Lösungen dafür zu finden, versuchen wir WissenschafterInnen zu verstehen, was genau passiert, wenn die Erreger eine Pflanze befallen. Dafür muss man erst mal fragen, wieso die Erreger das überhaupt machen: Sie machen es um an Nahrung zu kommen! Entweder, indem sie der lebenden Pflanze Nährstoffe stehlen, oder indem sie Teile der Pflanze töten und dann das tote Gewebe „auffressen“. Wir wissen bereits, dass viele Erreger spezielle „Waffen“ benutzen, um die Pflanze anzugreifen, z.B. um Löcher in die Pflanzenzellen zu machen durch die der Erreger eindringen kann.

Blumige Selbstheilkräfte

Aber, Pflanzen können sich gegen die „Waffen“ der Eindringlinge auch wehren. Wenn eine Pflanze einen Erreger erkennt, der aus lebenden Pflanzenzellen Nährstoffe stehlen will, regiert sie z.B. oft damit, dass sie ihre eigenen Pflanzenzellen rund um den Erreger abtöten. Das macht dann eine kleine braune Stelle am Blatt, aber der Erreger kann sich nicht mehr ausbreiten. Wenn wir diesen „Kampf“ zwischen Erreger und Pflanze noch besser verstehen, können wir Pflanzen züchten, die sich noch besser gegen Erreger wehren können und seltener krank werden – so dass hoffentlich in Zukunft weniger Menschen hungern müssen als heute!

Angelika Czedik-Eysenberg

Studium: Molekularbiologie/Pflanzenbiologie
Universität/Fachhochschule: Gregor-Mendel-Institut für molekulare Pflanzenbiologie
Forschungsgebiet: Pflanzenkrankheiten
Das möchte ich noch sagen: Pflanzen sind cool!
Lieblingspflanze: Mein kleiner Bonsai (Minibaum) den ich schon über 10 Jahre habe.

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