Sprache und Kunst schwer Psychologie, Wahrnehmung

Lesen – nichts einfacher als das?

Versuch mal!

  1. Die Wörter im Satz unten sind zur Hälfte verdeckt, so dass du nur einen Teil der Buchstaben sehen kannst. Versuch mal zu lesen, was da steht!
  1. Schau dir die Lösung an!

Lösung

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Was passiert?

Wahrscheinlich hast du diesen Satz gelesen: „SO ARBEITET DEIN GEHIRN“. Die Lösung überrascht dich vielleicht, du wirst sagen: „Aber das ergibt keinen Sinn!“ Richtig. Es ist nur ein Haufen Buchstaben. Der Versuch zeigt dir, dass außer deiner Lösung auch noch andere möglich waren.

Warum ist das so?

Dein Gehirn liest diese Buchstabensuppe als „So arbeitet dein Gehirn“, weil das einen Sinn ergibt. Du siehst nur einen Teil jedes Buchstabens, du hast also nur einen Teil der nötigen Information. Dein Gehirn vergleicht diesen sichtbaren Teil mit den Buchstaben, die es gespeichert hat. Es versucht, herauszufinden, wie der verdeckte Teil wohl aussieht. Dein Gehirn sucht nach einem Muster: Welches Wort könnte alle diese Buchstaben enthalten? Dann ergänzt es die fehlenden Buchstabenteile. Dein Gehirn versucht sozusagen, den Worten einen Sinn zu geben. So macht es aus den Buchstabenteilen ein bekanntes Wort.

Wo brauche ich das?

Sehr oft hast du nur wenig Information zur Verfügung und musst den Rest selbst ergänzen: Zum Beispiel, wenn jemand undeutlich spricht, wenn du etwas nur von weitem siehst oder wenn du beim Lesen den Text nur schnell „überfliegst“. Würde das Gehirn das Fehlende nicht aus Erfahrung „dazu-denken“, würdest du oft viel länger brauchen, etwas zu verstehen!

Übrigens:

Du kannst auch selber einen Satz erfinden und einige Buchstaben austauschen. In der Tabelle findest du die Buchstaben, deren oberer Teil gleich aussieht.

C ↔ G
E ↔ F
H ↔ U
I ↔ J oder L
R ↔ P oder B
O ↔ Q
X ↔ Y

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